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Die Persönlichkeiten

Würdenträger am Hofe des Königs, Maler, Architekten, Bildhauer und talentierte Männer vom Mittelalter bis heute: dies ist das Erbe, das Colle di Val d’Elsa der Welt hinterlassen hat.
Dieses Geschichts- und Kulturgut ist uns dank einiger berühmter Persönlichkeiten Colles weitergegeben worden.

Porträt von Arnolfo di Cambio
ARNOLFO DI CAMBIO (1245 ca - 1302 ca)


Arnolfo Di Cambio wurde gegen 1245 in Colle di Val d’Elsa geboren.
Von seiner Jugend ist nichts bekannt, außer, dass er der beste Schüler von Niccolò Pisano war.
Der florentiner Adel betrachtete ihn als einen der größten Architekten seiner Zeit. In Florenz errichtete er den Palazzo Vecchio, die Kirche von S. Croce, die Kirche der Badia, zudem erbaute er die florentiner Festungen von Castel S. Giovanni, von Castelfranco und die noch bedeutenderen von Terranuova im Oberen Arnotal, außerdem war er an dem Entwurf des Doms von Orvieto beteiligt.
Nur in seiner Heimat, in Colle di Val d'Elsa hat er keine künstlerischen Werke hinterlassen. Er war am Bau der Spugna- und der S. Marzialebrücke beteiligt, die heute beide nicht mehr vorhanden sind.
Arnolfo di Cambio gehörte zwischen dem 13. und dem 14. Jahrhundert gemeinsam mit Dante und Giotto zur berühmten florentiner Dreieinigkeit. Er verhalf der italienischen Kunst zu schwindelnden Höhen.
Weitere Informationen über das Leben von Arnolfo di Cambio.

La natività
CENNINO CENNINI


Von Cennino Cennini sind nur kurze autobiographische Züge vorhanden. Diese stammen u.a. aus dem Band "Libro dell'arte" (das Kunstbuch), seinem bedeutendsten Werk und aus den Aufzeichnungen von Vasari über das Leben von Agnolo Gaddi.
Aus diesen Informationen geht hervor, dass Cennini in Colle Val d’Elsa geboren wurde. Sein Geburtsdatum ist nicht bekannt. 1388 verwirklichte er die Freskenmalereien mit Geschichten aus dem Leben des Heiligen Stefan in der Kirche San Lucchese, oberhalb von Poggibonsi. Später zog er nach Padova, wo er "Maler der Familie des herrlichen Francesco da Carrara" wurde.
Das einzige sichere, aus seinem Leben bekannte Datum ist das Jahr 1398, als er bereits lange Jahre in dem Stadtviertel S. Pietro in Padova lebte.
In der venezianischen Stadt schrieb er höchstwahrscheinlich das "Kunstbuch", das bekannteste Buch über künstlerische Technik. Dieses Werk entstand in einer der mächtigen Zünfte, die die Aktivitäten der Maler reglementierten und schützten (eine der Vorschriften ist eine Art Statut über die Tätigkeit der Maler von Padova).
Es bezieht sich besonders auf die letzten beiden Jahrhunderte, in denen es eine Art Totem war, ein Manifest an die Malerei von Giotto, dem "großen Meister", der nach den Worten des Malers aus Colle di Val d’Elsa "die Kunst des Malens vom Griechischen ins Lateinische übersetzte und ins Moderne kürzte".

Porträt von Bartolomeo Scala
BARTOLOMEO SCALA (1430-1497)


Er wurde 1430 als Sohn von Giovan Francesco, Müller von Calcinaria bei Onci geboren und wurde Doktor des Zivil- und Kirchenrechts.
Er war Sekretär im Florenz der "Zehn des Krieges" und wurde zum Ehrenbürger von Florenz ernannt. Außerdem war er Botschafter der Republik unter Papst Innocenzo VIII., der ihn zum Kavalier des Goldenen Sperone-Ordens, Senator von Rom und Sekretär von Apostolico ernannte.
Viele nannten ihn "die graue Eminenz von Lorenzo dem Wunderbaren". Auf Grund seiner Verdienste wurde er Bannerträger der Republik Florenz. Er schrieb u.a. folgende Werke: "Einweihungsrede für Papst Innocenzo VIII.", "Ansprache an das florentiner Volk anläßlich der Verleihung der Militärbanner der Florentiner Republik an Kapitän Costanzo Sforza", "Hundert Moralfabeln", vier Bücher der Florentiner Geschichten", "Leben des Vitaliano Borromeo", und "Verteidigung gegen Vituperatos Civitatis Florentiae".

Palazzo Campana von Colle di Val d'Elsa
FRANCESCO CAMPANA (1491 ca -1546 ca)


Als Doktor des Zivil- und Kirchenrechts wurde er Berater und Sekretär des Herzogs Alessandro de’ Medici, Herzog von Urbino, Sekretär von Clemens VII. und von Herzog Cosimo.
Aus Anlass der englischen Kirchenspaltung ging er 1528 als Botschafter von Arrigo VIII. nach England, genauer gesagt nach London sowie nach Genua an den Hof von Kaiser Karl V.
Er war Sekretär der Florentiner Republik und Minister beim Kongress von Nizza. Er erklärte die schwierigsten Stellen der Äneis des Virgil und nannte sein Werk "Vigiliana Quaestio", das 1526 in Florenz, 1540 in Mailand und 1546 in Paris gedruckt wurde.

Porträt von Usimbardo Usimbardi
USIMBARDO USIMBARDI (1552-1612)


Als frommer und gebildeter Geistlicher wurde er zum Domherren von Florenz gewählt.
Von 1592 bis 1612 war er der erste Bischof von Colle, seiner Heimat. In der Stadt begann er mit dem Dombau, der von Cosimo della Gherardesca, seinem Nachfolger, vervollständigt wurde.
Anlässlich des "Sermontelli" veranstaltete er für die Diözese von Colle die erste Kirchenversammlung.

Eine Karte der Rechtssprechung in der Toskana des Morozzi
FERDINANDO MOROZZI (1723-1785)


Im 18. Jahrhundert war Ferdinando Morozzi, Neffe von PierAntonio, Wasseringegneur und der bekannteste Kartenzeichner der Toskana.
Sein Aufgabengebiet war der Zustand des Flusses Arno ("Bericht über den Zustand des Flusses Arno in der Antike und Moderne" - Florenz - 1766); er schrieb eine architektonische Abhandlung über Bauernhäuser (1770) und die "Historischen Erinnerungen der Kirche und des Staates sowie der Literatur in Colle di Val d’Elsa" (Florenz, 1755).
Außerdem zeichnete er zahlreiche Karten und geographische Karten der gesamten Toskana.

Foto von Vittorio Meoni
VITTORIO MEONI (1859-1937)


Als Maler und Schriftsteller war er mehr als 20 Jahre lang der bedeutendste Vertreter des Sozialismus in Colle di Val d’Elsa und auf regionaler Ebene.
Er war Direktor der "La Martinella", Zeitung der sozialistischen Partei. Aus Colle machte er die erste sozialistische Gemeinde der Toskana und eine der ersten in Italien.

Foto von Romano Bilenchi in seinem Arbeitszimmer
ROMANO BILENCHI (1909-1989)


Romano Bilenchi wurde 1909 in Colle di Val d’Elsa geboren und arbeitete bei der Zeitung "Il Selvaggio" von Mino Maccari, später beim "Bargello" und beim "L’universale".
In der Nachkriegszeit wurde er von der Entstehungszeit (1948) bis zur Auflösung (1956) Redakteur der Zeitung "La Nazione" in Florenz und später Direktor der linken Tageszeitung "Il Nuovo Corriere".
Er war ein unerbittlicher Erzähler; sein Stil war klar und übertraf die Regeln der Kunstprosa. Seine beispielhaften Geschichten über den Ort und die Peripherie stehen in ausgewogenem Gleichgewicht zwischen Erinnerung, Phantasie und aufmerksamer Beobachtung der Dinge.
Unter seinen zahlreichen Werken möchten wir folgende nennen: "Il capofabbrica" (Der Fabrikvorsteher - 1935), "Conservatorio di Santa Teresa" (das Konservatorium S. Teresa - 1940), "La siccità" (die Trockenheit - 1941), "Dino e altri racconti" (Dino und andere Geschichten - 1942), "Mio cugino Andrea" (Mein Cousin Andreas - 1943), "Racconti" (Erzählungen - 1958), "Il bottone di Stalingrado" (der Knopf von Stalingrad - 1972), "Il gelo" (das Eis - 1982).

Der 85-jährige Mino Maccari (in der Mitte) mit einigen Freunden
MINO MACCARI (1898-1989)



Er wurde 1898 in Siena als Sohn einer Familie in Colle geboren. Er war Maler, Schriftsteller und Zeichner von Weltruf.
Mit 19 Jahren nahm er als Offizier der Artillerie am Großen Krieg teil.
1920 machte er seinen Doktor der Rechtswissenschaften und begann in Colle di Val d’Elsa zu arbeiten.
1922 nahm er als begeisterter Anhänger des Faschismus am "Marsch auf Rom" teil und wurde 1924 von Angiolo Bencini gebeten, die Leitung der Faschisten-Zeitung der politischen Satire "Il Selvaggio" zu übernehmen. Diese Zeitung wurde in Colle di Val d’Elsa ins Leben gerufen.
1926 gab er seinen Beruf als Lehrer des Rechts auf und übernahm die Direktion der Zeitung "Il Selvaggio", die er bis 1942 inne hatte.
1925 wurde die Redaktion der Zeitung "Il Selvaggio" nach Florenz verlegt; zu seinen Mitarbeitern zählten Ardengo Soffici, Ottone Rosai e Achille Lega.
1927 nahm Maccari an der II. Internationalen Ausstellung moderner Gravur und an der III. Ausstellung der toskanischen Gewerkschaft für Kunst und Zeichnung teil. Das Jahr darauf war er bei der XVI° Biennale von Venedig mit dabei.
Zu Beginn der Dreißiger Jahre wurde er in Zusammenarbeit mit dem Direktor Curzio Malaparte Direktor der Tageszeitung "La Stampa" in Turin.
1932 wurde die Zeitung "Il Selvaggio" nach Rom verlegt.
1938 wurde er auf die XXI° Biennale von Venedig eingeladen, wo er einen eigenen Saal bekam und mit "Omnibus" von Longanesi zusammenarbeitete.
1943 machte er eine eigene Ausstellung im Palazzo Massimo in Rom und anläßlich der Dux-Ausstellung während des Cinquale von Montignoso.
Ende der Vierziger Jahre begann er mit der liberalen Zeitung "Il Mondo" und der Direktion zusammenzuarbeiten. Diese Zusammenarbeit endete 1963.
1962 wurde ihm der Vorsitz der Accademia dei Lincei anvertraut.
Ab 1963 organisierte er eine persönliche Ausstellung in New York in der Gallerie 63 und bis zu seinem Tod folgte eine Ausstellung auf die andere.

Zu mehr Information: www.minomaccaricolle.it


"Wer klar schreibt, hat Leser; wer verworren schreibt, hat Kritiker."
Albert Camus, Schriftsteller (1913-1960)